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Toxische/r Chefin/Chef: Bleiben oder gehen? Was eine Aufstellung zeigen kann

vor 5 Stunden
3 Min. Lesezeit
Frau, die erschöpft im Bett liegt.  Burnout, Lustlosigkeit, Verzweiflung, Antriebslosigkeit, Symbolbild für die Frage, ob sie bei einer toxischen Chefin bleiben oder gehen soll

Wenn die Chefin/ der Chef Dir die Kraft raubt, kreist irgendwann alles um eine Frage: Bleiben oder gehen? Zwei Aufstellungen zeigen, was im Hintergrund wirkt und wo Dein Spielraum liegt.

Sonntagabend, und der Magen zieht sich schon zusammen, wenn Du an Montag denkst. Irgendwann taucht die Frage auf, die viele Menschen monatelang mit sich herumtragen: Soll ich bleiben oder gehen? Zwei Klientinnen sind mit genau diesem Anliegen zu mir in die Aufstellung gekommen. Was dabei sichtbar wurde, hatten beide so nicht erwartet.


Woran Du eine toxische/n Chef/in erkennst

Gemeint ist ein Führungsverhalten, das sich wiederholt: abwertende Bemerkungen vor anderen, widersprüchliche Anweisungen, Kontrolle bis ins Kleinste. Hält das über Wochen an, spricht man auch von Bossing, also Mobbing durch Vorgesetzte. Viele Arbeitnehmer suchen den Fehler dann zuerst bei sich. In der systemischen Arbeit betrachten wir aber auch einen Arbeitsplatz als System, mit eigenen Rollen und Geschichten, die oft lange vor Dir begonnen haben. Dass es Dich getroffen hat, sagt nichts über Deinen Wert aus.


Katharina: Bleiben oder gehen?

Katharina (Name geändert) kam mit genau dieser Frage in eine Aufstellung. Wir haben eine Zielannäherungsaufstellung gemacht, mit Stellvertreterinnen für sie, ihr Ziel und die Menschen an ihrem Arbeitsplatz. Ihre Stellvertreterin wandte sich immer wieder von der Arbeit ab, hin zu einem Ziel außerhalb des Jobs. Es tauchten Bilder von Natur auf, von einem Baum und seinen Wurzeln.

Die Chefin dagegen zeigte keinerlei Bewegung. Es liegt nicht an Katharina's grundsätzlichem Sein. Das anzuerkennen war schmerzhaft und entlastend zugleich, denn es setzte Kraft frei, die bisher im Warten auf Veränderung gebunden war. Außerdem wurde eine unbewusste Konkurrenz zu einer Kollegin sichtbar, die keine der beiden gewollt hatte und die den Druck zusätzlich erhöhte.


Petra: Kann ich dort weiterarbeiten?

Petra (Name geändert) stellte ihr Anliegen in einer Online-Aufstellung mit Stellvertreterinnen. Jede Bewegung in Richtung Konfrontation mit der Chefin brachte dort nur mehr Spannung. Bewegung entstand, als Petra ihr Urvertrauen und ihre innere Größe annehmen durfte. Ihr Ziel, frei wirken zu können, zeigte sich als bedeutsam auch für das gesamte Unternehmen.

Je mehr Petra in ihre Größe ging, desto mehr verlor die Chefin das Interesse an ihr. Das heißt nicht, dass Petra die Situation verursacht hätte. Die Aufstellung hat ihr gezeigt, wo ihr eigener Hebel liegt.


Was beide Aufstellungen gemeinsam zeigen

In beiden Fällen wanderte die Energie weg vom Kampf mit der Chefin und hin zu dem, was die Frauen selbst wollen. Solange Deine Kraft in Rechtfertigen, Absichern und Hoffen fließt, fehlt sie Dir für Deine Arbeit und Dein Leben. Wenn sichtbar wird, wohin sie eigentlich will, lässt sich die Frage nach Bleiben oder Gehen klarer beantworten, weil Du sie nicht mehr allein aus Angst stellst.


Wann Du zusätzlich Unterstützung holen solltest

Bei anhaltendem Mobbing helfen der Betriebsrat und Fachanwälte für Arbeitsrecht. Wenn Schlaf oder Gesundheit dauerhaft leiden, sprich mit Deiner Hausärztin/deinem Hausarzt oder hol Dir psychotherapeutische Unterstützung. Eine Aufstellung kann das ergänzen, aber nicht ersetzen.


Häufige Fragen zur toxischen Chefin und zur Aufstellung

Kann eine Aufstellung meine Chefin verändern? Nein. Das Verhalten der Chefin liegt nicht in Deiner Hand. Eine Aufstellung wirkt auf Deine innere Haltung, Deine Klarheit und darauf, wie viel Kraft Du in den Konflikt gibst.

Was ist eine Zielannäherungsaufstellung? Im Mittelpunkt stehen Du und ein konkretes Ziel, zum Beispiel Klarheit über Deinen Job. Schritt für Schritt wird sichtbar, was Dich diesem Ziel näher bringt und was Dich davon abhält.


Nimmt mir die Aufstellung die Entscheidung ab, ob ich kündige?

Nein, die Entscheidung bleibt bei Dir. Die Aufstellung zeigt, was im Hintergrund wirkt und wohin Deine Kraft eigentlich will. Danach lässt sich die Frage oft ruhiger beantworten.



Dein nächster Schritt

Wenn Du Dich in Katharina oder Petra wiederfindest: Ich biete Dir ein kostenfreies 20-minütiges Erstgespräch an. Darin schauen wir gemeinsam, ob eine Aufstellung für Dich passt.

Dieser Artikel ersetzt keine rechtliche, ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Aufstellungsarbeit ist eine Form der seelisch-systemischen Begleitung und ergänzt professionelle Unterstützung, ersetzt sie aber nicht.




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