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Körpersymptome verstehen: Was Migräne und Rückenschmerzen Dir sagen wollen

  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit
Frau in Ruhehaltung am Ammersee, Symbolbild für Körpersymptome und ihre seelische Botschaft

Wie systemische Aufstellung seelische Ursachen hinter körperlichen Beschwerden sichtbar macht: Zwei Fallbeispiele aus meiner Praxis.


Du hast schon vieles ausprobiert: Ärztin, Physiotherapie, vielleicht auch Entspannungstechniken. Die Migräne kommt trotzdem wieder. Der Rücken schmerzt trotzdem weiter. Vielleicht spürst Du längst, dass da noch etwas mitspricht, das sich nicht allein mit Tabletten fassen lässt.


In diesem Artikel zeige ich Dir, wie systemische Aufstellungsarbeit sichtbar machen kann, ob und wie eine seelische Ursache hinter einem körperlichen Symptom liegt und was zwei Frauen aus meiner Praxis dabei über sich selbst erfahren haben. Wichtig vorab: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Abklärung. Er zeigt eine ergänzende Perspektive.


Was bedeutet es, wenn ein Symptom eine seelische Ursache hat?

Man spricht von einem psychosomatischen Zusammenhang, wenn seelische Anspannung, unverarbeitete Erfahrungen oder ungelebte Gefühle sich über längere Zeit im Körper ausdrücken, zum Beispiel als Migräne, Rückenschmerzen, Erschöpfung oder Verdauungsbeschwerden.


Das bedeutet nicht, dass jedes Symptom eine seelische Ursache hat. Viele Beschwerden sind rein körperlich und gehören in ärztliche Behandlung. Die systemische Perspektive setzt an einer anderen Stelle an: Sie fragt, ob neben der körperlichen Ebene noch etwas mitschwingt, wie beispielsweise ein Gefühl, ein Konflikt, etwas, das gehört werden will.


Wichtig ist die Abgrenzung: Ein Symptom als Botschaft zu verstehen bedeutet nicht, dass Du selbst schuld an Deiner Erkrankung bist. Dein Körper ist ein Seismograph, der reagiert, er klagt niemanden an.


Woran erkennst Du, dass hinter einem Symptom mehr steckt?

  • Das Symptom taucht immer wieder in ähnlichen Situationen auf. Etwa vor Konflikten oder wenn Du Dir keinen Rückzug erlaubst.

  • Medizinisch ist „alles in Ordnung“, die Beschwerden bleiben trotzdem bestehen.

  • Das Symptom begann in einer bestimmten Lebensphase, beispielsweise nach einer Trennung, einem Verlust, einem Umbruch.

  • Ähnliche Beschwerden kennst Du auch von Deiner Mutter, Großmutter oder anderen Familienmitgliedern.

  • Das Symptom verändert sich stark je nach Umgebung oder Beziehung, in der Du Dich gerade befindest.


Warum reine Selbstreflexion oft nicht reicht

Selbstreflexion, Therapie und ärztliche Behandlung leisten viel, sie bleiben die Basis jeder gesundheitlichen Klärung. Doch manche Zusammenhänge liegen tiefer, als der wache Verstand sie erreichen kann. Vor allem, wenn ein Thema aus der Familiengeschichte stammt und nie in Worte gefasst wurde.


Gerade bei wiederkehrenden Symptomen erlebe ich oft, dass Klientinnen längst „alles verstanden“ haben – kognitiv. Das Symptom bleibt trotzdem. Das liegt daran, dass Verstehen allein selten reicht, wenn das Thema im Körper und im Familiensystem verankert ist, nicht nur im Denken.


Die systemische Aufstellung ergänzt diese Wege, sie ersetzt sie nicht. Sie macht sichtbar, was im Gespräch oft verborgen bleibt.


Was eine Aufstellung bei Körpersymptomen sichtbar macht

In einer Aufstellung kann neben der Klientin auch das Symptom selbst als Stellvertreter mit in den Raum kommen. Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber ein bewährter Teil der Aufstellungsarbeit: Die Person, die das Symptom vertritt, nimmt wahr, wofür es steht, wovor es schützt, was es ausdrückt, wessen Gefühl oder Geschichte darin mitschwingt.


Oft zeigt sich dabei: Das Symptom hat eine Funktion. Es setzt eine Grenze, die die Klientin sich selbst nicht erlaubt. Es trägt ein Gefühl, das in der Familie keinen Platz hatte, es wurde zu einem Ersatz von etwas, was im System fehlt. Wenn dieser Zusammenhang sichtbar wird und der richtige Platz gefunden ist, kann sich etwas lösen. Es kommt Bewegung und damit Entspannung ins System.


Zwei Fallbeispiele aus meiner Praxis (anonymisiert)

Nora – Migräne als Grenze, die der Körper zieht


Ausgangssituation

Nicole, Mitte 40, litt seit Jahren unter Migräne-Attacken, die sich in den letzten Monaten verdichtet hatten. Sie war gerade dabei, sich innerlich von einem sehr strengen, einengenden System in ihrer Herkunftsfamilie zu lösen von Regeln und Erwartungen, die kaum Raum für sie selbst gelassen hatten.


Was sich in der Aufstellung gezeigt hat

In der Aufstellung wurde deutlich, dass die Migräne die Grenze zog, die Nicole sich selbst nicht erlaubte. Es zeigte sich Raum für ihr inneres Kind und für ihre Weiblichkeit. Beides hatte in dem einengenden System kaum stattfinden dürfen. Die Botschaft des Feldes war klar: Rückzug darf erlaubt sein, bevor der Körper ihn erzwingt.


Was sich danach verändert hat

In den Wochen danach berichtete Nicole, dass sie sich bewusster und früher zurückzieht, bevor sich die Anspannung aufbaut. Die Abstände zwischen den Migräne-Attacken wurden länger. Eine Garantie auf Beschwerdefreiheit ist das nicht, wohl aber ein spürbarer Unterschied in ihrem Alltag.


Bettina – Rückenschmerzen und die Last des Alleine-Tragens

Ausgangssituation

Bettina, Mitte 50, kam mit chronischen Rückenschmerzen in die Aufstellung. Die Frage, die sie mitbrachte, war einfach und doch groß: Was steckt eigentlich hinter dem Schmerz?


Was sich in der Aufstellung gezeigt hat

Im Feld wurde sichtbar, wie sehr Bettina gewohnt war, alles allein zu tragen – beruflich wie privat. Der Schmerz war ihr inzwischen so vertraut, dass die Frage aufkam: "Wer bin ich ohne Schmerz?" "Wer bin ich, wenn ich nicht trage?"

Es zeigte sich, dass echte Verbindung zu anderen Menschen sie tragen und beflügeln würde, statt sie zu schwächen. Dass es Zeit braucht um sich an die neue Identität, die es leicht hat und unterstützt wird, zu gewöhnen. Der Rücken hatte buchstäblich getragen, was eigentlich hätte geteilt werden dürfen.


Was sich danach verändert hat

Bettina berichtete, dass sie nun Teil einer großen Community ist und dort einen Platz gefunden hat, indem sie Verbindung und Unterstützung erlebt. Statt Aufgaben und Sorgen allein zu schultern, stützt und bereichert sie die Community. Die Schmerzintensität nahm in den Monaten danach spürbar ab. Auch hier gilt: Die körperliche Ebene bleibt Sache der ärztlichen Behandlung – die Aufstellung hat eine begleitende Veränderung angestoßen.


Häufige Fragen zu Körpersymptomen und Aufstellungsarbeit

Ersetzt eine Aufstellung den Arztbesuch?

Nein. Eine Aufstellung ersetzt keine medizinische Diagnose und keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Sie kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn die körperliche Abklärung bereits erfolgt ist oder parallel weiterläuft.


Bedeutet das, ich bin selbst schuld an meinem Symptom?

Nein, ausdrücklich nicht. Ein Symptom als Botschaft zu verstehen bedeutet nicht, dass Du es Dir „eingebrockt“ hast. Dein Körper reagiert auf das, was er trägt – das ist keine Schuldfrage, sondern eine Einladung zum Hinschauen.


Wie kann eine Aufstellung ansetzen, wenn ich selbst nicht weiß, was hinter meinem Symptom steckt?

Genau dafür ist die Aufstellung geeignet. Du musst die Ursache vorher nicht kennen. Das Feld zeigt oft Zusammenhänge, die im Gespräch nicht zugänglich waren.


Wirkt das auch bei Beschwerden, die schon seit Jahren bestehen?

Auch bei langjährigen Beschwerden kann eine Aufstellung neue Perspektiven öffnen. Eine Garantie auf Beschwerdefreiheit gibt es nicht. Viele Klientinnen berichten aber von einer spürbaren Entlastung.


Kann ich mit jedem gesundheitlichen Thema eine Aufstellung machen?

Grundsätzlich ja, als ergänzende Begleitung. Bei akuten oder schwerwiegenden Diagnosen steht die medizinische Behandlung immer im Vordergrund. Eine Aufstellung kann diese sinnvoll begleiten, sie aber nicht ersetzen.


Dein nächster Schritt

Wenn Du spürst, dass Dein Körper Dir schon länger etwas sagen will: Ich biete Dir ein kostenfreies 20-minütiges Erstgespräch an. Darin schauen wir gemeinsam, ob eine Aufstellung für Dein Thema der richtige nächste Schritt ist. [Hier Termin buchen]


Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Bei gesundheitlichen Beschwerden wende Dich bitte zuerst an eine Ärztin oder einen Arzt.






Alles Liebe,


Marlene


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