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Ein anderes Selbst: Wie die Netflix-Serie einen lebendigen Eindruck von Aufstellungsarbeit gibt

vor 1 Tag
3 Min. Lesezeit
Drei Freundinnen sitzen im warmen Abendlicht am Meer, Symbolbild für die Netflix-Serie „Ein anderes Selbst“ und ihren Bezug zur Aufstellungsarbeit
 Symbolbild, KI-generiert. Kein Originalbild aus der Serie „Ein anderes Selbst“.

Warum ich Dir eine Serie empfehle, um zu spüren, wie sich Aufstellungsarbeit anfühlen kann, und was im echten Prozess anders verläuft als im Film.

Immer wieder werde ich gefragt, wie sich eine Aufstellung eigentlich anfühlt. Worte allein reichen dafür oft nicht aus. Deshalb empfehle ich Dir in diesem Artikel eine Serie, die einen lebendigen Eindruck davon gibt, wie systemische Prozesse aussehen können: „Ein anderes Selbst“ auf Netflix. Die Serie ersetzt kein Erstgespräch und keine eigene Erfahrung. Aber sie zeigt in Bildern, wofür ich sonst lange erklären müsste.

Worum es in „Ein anderes Selbst“ geht

Die türkische Serie erzählt von drei engen Freundinnen, Ada, Leyla und Sevgi, gespielt von Tuba Büyüküstün, Seda Bakan und Boncuk Yılmaz. Die Handlung spielt zwischen dem Küstenort Ayvalık und Istanbul. Auf der Suche nach einem Weg aus ihren privaten Krisen begegnen die drei Frauen alternativen Heilmethoden, darunter Sitzungen, die eine Aufstellung erkennbar aufgreifen: Alte Familienkonflikte werden sichtbar, ungelöste Bindungen an frühere Generationen treten zutage. Seit 2022 sind drei Staffeln erschienen, die dritte lief im Juni 2026 an.

Was die Serie an echter Aufstellungsarbeit zeigt

Was mir an der Serie gefällt: Sie zeigt, dass Muster, die sich im eigenen Leben wiederholen, selten aus dem Nichts kommen. Ada, Leyla und Sevgi tragen etwas mit sich, das älter ist als ihre eigene Geschichte. Nämlich Erwartungen, Verletzungen und unausgesprochene Sätze aus ihrer Familie. Genau das ist auch der Kern der Aufstellungsarbeit: Ein Thema, das sich immer wieder zeigt, hat fast nie mit persönlichem Versagen zu tun. Es hat mit dem System zu tun, aus dem jemand kommt.

Diese Perspektive lässt sich in Worten erklären. Im Bild wirkt sie oft stärker: Man sieht, wie eine Figur unter dem Gewicht einer fremden Geschichte steht, ohne dass sie das selbst verschuldet hat.

Was im echten Prozess anders verläuft

Damit Du die Serie richtig einordnen kannst, ein paar Unterschiede zur echten Arbeit.

Im Film löst sich ein Konflikt oft innerhalb weniger Minuten. Das braucht die Dramaturgie. In einer echten Aufstellung dauert ein Prozess länger, verläuft individuell und in einem geschützten Rahmen. Manches zeigt sich erst Tage oder Wochen später.

Die Serie kann außerdem den Eindruck erwecken, ein Lebensthema ließe sich auf ein einzelnes Familienereignis zurückführen. In der Praxis ist das selten so eindeutig. Ein System trägt viele Schichten, und eine Aufstellung zeigt meist nur das, wofür gerade Raum ist, nicht alles auf einmal.

Und: Eine Aufstellung trifft keine Entscheidung für Dich, anders als es manche Szenen im Film nahelegen. Sie macht sichtbar, was wirkt. Was Du daraus machst, bleibt Deine Sache.

Warum ich Dir die Serie trotzdem empfehle

Trotz dieser Unterschiede lohnt sich „Ein anderes Selbst“, wenn Du Dir vorstellen möchtest, wie sich Aufstellungsarbeit anfühlen kann, bevor Du selbst einen Termin machst. Die Serie nimmt Dich mit in einen Prozess, den viele vorher nur aus der Beschreibung kennen, und macht dabei etwas deutlich, das mir in meiner Arbeit wichtig ist: Was sich wiederholt, ist selten selbst gewählt. Verändern lässt es sich trotzdem.


Schau Dir die Serie also gern als Einstieg an, nicht als Anleitung. Und wenn beim Zuschauen ein eigenes Thema mitschwingt: Das darf einfach da sein. Hinschauen ist schon der erste Schritt.


Dein nächster Schritt

Wenn Du spürst, dass die Angst vor dem Hinschauen Dich gerade mehr blockiert als das eigentliche Thema: Ich biete Dir ein kostenfreies 20-minütiges Erstgespräch  an. Da klären wir gemeinsam, in welchem Tempo eine Aufstellung für Dich stimmig wäre.


Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.




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