Darf ich es leichter haben als meine Eltern?

Manche/r spürt eine leise Schwere, sobald das Leben leicht werden könnte. Zwei Aufstellungen zeigen, welche Bindung an die Eltern dahinter wirken kann und wie sie sich lösen darf.
Es läuft gerade gut, und trotzdem meldet sich ein schlechtes Gewissen. Vielleicht kennst Du den Gedanken: Meine Eltern hatten es so schwer, wie kann ich es da einfach gut haben?
Was eine unsichtbare Loyalität ist
Der Familientherapeut Ivan Boszormenyi-Nagy hat den Begriff der unsichtbaren Loyalitäten geprägt: eine Treue zur eigenen Familie, die unterhalb des Bewusstseins wirkt. Ein Kind spürt, was seine Eltern tragen, und nimmt aus Liebe einen Teil davon auf sich. Als Erwachsene erlaubst Du Dir dann Erfolg oder Leichtigkeit nur zögerlich, als würdest Du sonst jemanden zurücklassen. Systemisch betrachtet ist das eine Bewegung, die oft über Generationen weitergegeben wurde. Sie sagt nichts über Deinen Wert aus.
Miriam: Sicherheit im Leben
Miriam (Name geändert) wünschte sich mehr Sicherheit im Leben. In ihrer Einzelaufstellung mit Figuren standen neben ihr selbst eine Kraftquelle, das Universum, ihr Vater und ein ausgeblendetes Thema, also ein Bereich, den sie noch nicht benennen konnte. Es zeigte sich, dass, das, was sie bisher an Belastungen getragen hat, zu ihrem Vater gehört.
Sie gab ihn an ihren Vater zurück und bat ihn, friedlich auf sie zu schauen, auch wenn sie es leichter hat als er. Es war nicht leicht für Ihn, doch mit der Unterstützung seines Bruders und mit dem Wissen, konnte er den Ballast dahin zurückgeben, wo auch er ihn bekommen hat. Durch Ritualsätze wurde der Ballast von Miriam über ihren Vater und Onkel an deren Eltern, Miriam`s Großeltern zurückgeben. Danach konnte der Vater aussprechen, dass auch er es leicht haben möchte und mit wohlwollendem Blick auf seine Tochter blicken. Miriam bewegte sich nun frei, und sein Blick fühlte sich nicht mehr beengend an.
Häufige Fragen zu unsichtbaren Loyalitäten
Ist es undankbar, wenn ich es leichter haben will als meine Eltern?
Nein. Dankbarkeit und ein leichteres Leben schließen sich nicht aus.
Das Ergebnis ist oftmals, dass die Eltern friedlicher auf ihre Kinder blicken können, sobald diese nicht mehr für sie mittragen.
Müssen meine Eltern bei der Aufstellung dabei sein?
Nein. Deine Eltern werden durch Figuren oder Stellvertreterinnen vertreten, und Du arbeitest an Deiner inneren Beziehung zu ihnen.
Was ist ein ausgeblendetes Thema in einer Aufstellung?
Ein Element, das für etwas steht, das Dir noch nicht bewusst ist. Erst im Verlauf zeigt sich, worum es geht, zum Beispiel um einen Schmerz in der Familie.
Dein nächster Schritt
Wenn Du Dich in Miriam oder Johanna wiederfindest: Ich biete Dir ein kostenfreies 20-minütiges Erstgespräch an. Darin schauen wir gemeinsam, ob eine Aufstellung für Dich passt.
Dieser Artikel ersetzt keine rechtliche, ärztliche oder psychotherapeutische Beratung. Aufstellungsarbeit ist eine Form der seelisch-systemischen Begleitung und ergänzt professionelle Unterstützung, ersetzt sie aber nicht.




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